#1

Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 03.01.2018 03:55
von Tsubo | 28 Beiträge

Hallo liebe Focus-Stacking-Community,

ich hege seit einiger Zeit ein starkes Interesse für die fortgeschrittene Makro-Fotografie und wollte so allmählich mal ein erstes Setup zusammenstellen, mit dem ich privat selbst Nahaufnahmen anfertigen kann. Da ich bei meinen Recherchen noch auf ein paar Probleme gestoßen bin, wollte ich mich einmal direkt bei den Experten erkundigen und erstmal ein paar Meinungen enholen :)
Auch möchte ich mein derzeit geplantes Setup vorstellen und euch um ein wenig Feedback bitten, wie man das Ganze möglichst kosteneffizient realisieren könnte.

Meine bisheringen Vorstellung:
- Vergrößerungen von (wenn möglich) bis zu 8:1
- ausreichend massiv / erschütterungsarm
- manueller Vorschub des Motives
- möglichst kostengünstig
- je kompakter, desto besser

Meine bisherige Hardware:
- Rodenstock APO Rodagon N 50mm f2.8
- 40.5mm an M42 Umkehrring (für Retro-Stellung)
- Sony A7R II
- 2x Yongnuo YN 560 IV
- Novoflex Castel-Q Schlitten
- Manfrotto 055XPROB Stativ

Was ich noch brauche:
- M42 Balgen
- M42 Zwischenringe
- Haltevorrichtung für Motiv
- Halevorrichtung für Kamera
- ... ?

Von der Grundidee her möchte ich mir eine kleine, manuelle Stacking-Vorrichtung möglichst kostengünstig selbst zusammenstellen.

Justierung des Motives:
Erster großer Punkt wäre der Vorschub des Motives in Schritten von bis zu 1/100mm.
Bisher habe ich mir schon einige Varianten angesehen und bin dabei über Dinge wie etwa den Umbau von alten Mikroskopen, den Einsatz von Lineartischen oder Makro-Schlitten und Umbauten mithilfe von Mikrometerschrauben gestoßen.

Seitens der Mikroskope finden sich leider kaum Empfehlungen, die in brauchbarem Zustand noch kostengünstig (unter 100 Euro) zu haben sind und einen nicht all zu umständlichen Umbau versprechen. Am schwierigsten wäre hierbei denke ich, dass das oberste Element abgetrennt (gesägt oder geschraubt) und durch eine Haltevorrichtung für die Kamera ersetzt weren muss.

An Lineartischen finden sich einige markenlose Systeme mit ein, zwei oder drei Achsen bei eBay (z.B. "XYZ 3 Achsen Lineartisch Translation Stage Linearsystem Positioniersystem 60mm"). Dabei handelt es sich um Feinschubvorrichtungen, die direkt aus Hong Kong versandt werden und eine Genauigkeit von 0.01mm versprechen. Das "Problem" wäre hier die Tatsache, dass zu den rund 120 Euro nochmals die Einfuhrsteuer hinzukommt sowie man keine Erfahrungsberichte findet, wie zuverlässig diese Tische wirklich arbeiten. Der Feintrieb scheint per Mikrometerschrauben vorgenommen zu werden, welche dann bis zu drei Aluplatten nach vorne schieben.

Eine weitere Alternative wäre die eines Koordinatentisches von Proxxon. Insbesondere zu dem KT 70, der schon für 62 Euro zu haben ist, finden sich einige positive Berichte und Stacking-Beispiele im Netz. Hin und wieder liest man allerdings auch von Einschränkungen hinsichtlich der Präzision der Feinmechanik, welche bspw. nicht für 8:1 bzw. einen Vorschub von 1/100mm geeignet sein soll.

Die im Makro-Bereich wohl gängigste Methode wäre die Fokussierung per Einstellschlitten, wo bspw. der Manfrotto 454 oder mein bereits vorhandener Castel-Q von Novoflex infrage käme. Beim Castel-Q soll laut einigen Berichten mit separat erhältlichem Feintrieb allerdings nicht mehr als 4:1 möglich sein. Für alles Weitere ist der Schlitten zu ungenau, weshalb ich ihn vorerst nur zur Ausrichtung der Kamera in Erwägung ziehen würde. Beim Manfrotto 454 bin ich noch zwiegespalten. Einige sagen, dass damit theoretisch auch 1/100mm möglich seinen - die anderen wiederum, dass die Verarbeitungsqualität den Anforderungen nicht gerecht werden könne.

Und schließlich noch der Eigenbau per Mikrometerschraube, die dank chinesischer Massenproduktion sehr günstig zu erwerben ist und eine Justierung von bis zu 0,01mm verspricht.
An Beispielen finden sich z.B. Umbauten mit der Montage an einem Einstellschlitten. Das Ganze wäre theoretisch nicht nur sehr kostengünstig, sondern auch ausreichend präzise. Den Schlitten könnte man dann entweder horizontal oder vertikal ausrichten. Bei Letzterem ließe sich dann z.B. ein einfacher Winkelverbinder anschrauben, um eine waagerechte Plattform herzustellen.
Bedenken hätte ich hier wenn, dann bezüglich der Fertigungstoleranzen der Mikrometerschrauben und der womöglich etwas ruckeligen Friktion der Schlitten, der ja nach wie vor auf die Schrägverzahnung setzt.


Den Linear-/Koordinatentisch oder modifizierten Einstellschlitten würde ich dann auf einer massiven Plattform anbringen.
Am einfachsten erscheint mir eigentlich eine dicke MDF-Platte, die realtiv günstig, schwer und einfach zu verarbeiten ist. Erweitern könnte man diesen Sockel dann um ein paar solide Füße oder etwa ein paar Gelenkarme für die Blitze.

Justierung der Kamera:
Wie die Kamera letztendlich montiert wird, hängt natürlich von der Wahl der Motivbewegung ab.

Bei Vorrichtungen mit Z-Achse könnte ich die Kamera hängen und den ganzen Aufbau dann von oben fotografieren, was ich mir auch von der Fixierung des Motvies her angenehmer vorstelle (keine dritte Hand, einfach nur ablegen). Problem wäre unter Umständen die Stabilität der Säule, an der die Kamera befestigt wird. Keine Ahnung, ob eine 19mm MDF-Platte, beidseitig mit metallenen Winkelverbindern fixiert, bei solchen Maßstäben schon ausreicht.

Bei Vorrichtungen mit lediglich X- und oder Y-Achse an der Motiv-Plattform müsste ich den gesamten Aufbau waagerecht ausrichten und für die Kamera irgendwie eine stabile Höheneinstellung basteln. Zur Not schiebe ich auf einer der beiden Seiten (entweder unters Motiv oder unter die Kamera) irgendetwas drunter, um die Höhe zu modulieren.

Zur Ausrichtung der Kamera ansich würde ich wahrscheinlich eine günstige 350mm Arca Swiss Schiene nehmen (z.B.haoge hqr-350) und diese dann an der Säule anbringen.
Auf der langen Schiene wird dann die Kamera samt Adaptern, Balgen, Zwischenringen und Objektiv an so vielen Punkten wie möglich fixiert. Wenn ich vorne und hinten einen Zwischenring einsetze, könnte ich ggf. mit Objektivschellen stützen.

Verändern des Auszugs:
Soweit ich mich informiert habe (meine Infos hinsichtlich des APO Rodagon N beziehen sich auf Kurt aka "Guppy", der mich bereits im Makro-Forum äußerst kompetent beraten hat), brauche ich beim Rodenstock für 6:1 bereits einen Auszug von 330mm. Bei 8:1 werden es denke ich um die 400mm sein, die ich über einen Balgen und einige längere Zwischenringe bewerkstelligen würde.

Meine Frage wäre hier, worauf man bei der Wahl dieser Komponenten (insbesondere mit Blick auf die Stabilität) achten sollte.
Es gibt bei eBay zum Beispiel diverse Pentacon oder Novoflex Balgen, die auch mit M42 schon unter 100 Euro erhältlich sind. Kann man da bedenkenlos zuschlagen?
An Zwischenringen finden sich haufenweise M42'er in Einzelteilen, von denen ich beim gewünschten Maßstab wahrscheinlich einige aneinanderreihen müsste. Gibt es da vielleicht eine etwas längere Komplettlösung, die man nicht durch zig Kleinteile zusammenschrauben muss?


Soweit meine bisherigen Überlegungen :)
Ich hoffe, euch mit dieser wall of text nicht all zu sehr erschlagen zu haben und würde mich freuen, wenn ihr euch die Zeit nehmen und mir ein paar eurer Eindrücke schildern würdet.

Lieben Gruß,
Lucas


zuletzt bearbeitet 03.01.2018 04:55 | nach oben springen

#2

RE: Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 03.01.2018 05:46
von Sboernemeyer | 917 Beiträge

Hi Lucas,
Willkommen im Club
Ist ja ne umfangreiche Vorstellung
Muss aber nun zur Arbeit
Selbst nutze ich auch eine a7R II
Glück auf! aus Oberhausen
Sven


... ich wollt noch DANKE sagen ...
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#3

RE: Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 03.01.2018 09:30
von stacker | 45 Beiträge

hallo Lucas

schaue einmal hier

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=21965.0

und hier

http://www.mikroskopie-forum.de/index.ph...66786#msg166786

Vielleicht bringt es Dich weiter.


Grüße aus dem superstürmischen Saarland


__________________________________

beste Grüsse aus dem Saarland
Wolfgang

zuletzt bearbeitet 03.01.2018 09:31 | nach oben springen

#4

RE: Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 03.01.2018 12:03
von Adalbert (gelöscht)
avatar

Hallo Lucas,

herzlich willkommen bei den Hochstaplern!

Du hast Dir schon ein paar Gedanken gemacht, das ist sehr gut.
Hast Du bereits mit dem Novoflex-Schlitten etwas gestackt?
Wenn nicht, dann probiere erst und dann wirst Du sehen was Dich stört und was Du noch brauchst.
Wenn Du 8:1 ABM erreichen möchtest, würde ich Dir die Mikroskop-Objektive vorschlagen: z.B. das CZJ 6.3.

Schau Dir noch den Schlitten an: http://www.ebay.de/itm/112243764914?clk_...8188&rmvSB=true
Und die Diskussion über Zollbestimmungen: Zollbestimmungen

BTW, kennst Du jemanden, der die Artikel aus China verzollen musste?

Danke und Gruß,
ADi


zuletzt bearbeitet 03.01.2018 12:04 | nach oben springen

#5

RE: Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 03.01.2018 12:40
von Kurt | 1.524 Beiträge

Hallo Lucas
Herzlich willkommen, hier in diesem Forum.

"Es gibt viele Wege nach Rom" und bei unterschiedlichen Fortbewegungsarten, kann für jede Art ein anderer Weg der bessere sein!
Man muss sich damit abfinden, dass es keine ideale Setup-Lösung für alle Arten (Objekte) des Focus Stackings gibt!
Ebenfalls ist es auch bei der Bildbearbeitung so.
Selbst wenn du z.B. mein Setup nachbaust und dann mit der gleichen Software und den gleichen Bearbeitungsschritten das Bild bearbeitest wie ich, kommst du zu einem anderen Ergebnis. Dies, weil es zu viele Faktoren sind, die am resultierenden Bild beteiligt sind.
Der Faktor Erfahrung, der Zeit benötigt, wird oft unterschätzt!
Nach meiner Meinung, musst du dich auf irgend einen Weg, Richtung Rom begeben und dann schauen, welche Probleme auftauchen und diese dann vor Ort lösen.
Beschreibungen von Wegen und den Problemen die auftauchen können, findet man im Internet genügend.
Wenn du den Weg von Herrn XYZ einschlägst, musst du auch Herrn XYZ bei auftauchenden Problemen fragen, wie eine Lösung ausschauen könnte.
Für den Weg von Herrn XYZ kann ich dir vermutlich keine Problemlösungen präsentieren, da ich den Weg von einer anderen Seite angehe.

So finde ich es immer wieder eher für unpassend, wenn hier im Forum jemand schreibt, dass z.B. Ric es so oder so macht,
und dann von uns eine Erklärung oder Hilfestellung erwartet.
Der Betreffende muss Ric fragen!

Hier im Forum kann man dienliche Hilfeleistung erwarten, wenn man es so macht, wie ein Mitglied es beschreibt.
Dieses Mitglied hat vermutlich auch eine Lösung, wenn diese Art nicht erfolgreich ist.

Ich sehe es nicht als erfolgversprechend, wenn man zu viel Ratschläge von unterschiedlichen Stackern im eigenen Setup verwirklichen will,
also besser sein will, wie all die Ratgebenden.

Das Beste aus unterschiedlichen Setups, in einem zu vereinen funktioniert nicht, denn die einzelnen besten Faktoren, passen nicht zusammen.
Ein Setup ist nicht dann gut, wenn die besten Komponenten verwendet werden, sondern erst dann wenn die Komponenten zusammen passen!

Ich würde mich an deiner Stelle, für Lösungen von Usern interessieren, die eine Vollformat (wie z.B. deine Sony A7R II) und das Rodenstock APO Rodagon N 50mm f2.8 verwenden.
In meinem PDF beziehe ich mich bei diesem Abbildungsmassstab, auf dieses Setup:
http://www.focus-stacking.ch/Focus_Stacking_PDF.pdf

Der langen Rede kurzer Sinn:
Leg los.

Kurt


__________________________________________________________________________
Ein besseres Bild, ist das Produkt vieler kleinen Optimierungen, die man einzeln oft nicht sieht.
www.focus-stacking.com
www.focus-stacking.ch/Focus_Stacking_PDF.pdf

zuletzt bearbeitet 03.01.2018 15:39 | nach oben springen

#6

RE: Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 03.01.2018 16:51
von Tsubo | 28 Beiträge

Vielen Dank für eure Antworten und den herzlichen Empfang! :)

Zitat von stacker im Beitrag #3
schaue einmal hier

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=21965.0

und hier

http://www.mikroskopie-forum.de/index.ph...66786#msg166786

Vielleicht bringt es Dich weiter.


Danke für die beiden Links.

Ich bin mir irgendwie noch unsicher, ob die Variante mit dem Mikroskop wirklich das richtige für mich ist.
Da wäre z.B. die Schwierigkeit der Adaptierung auf M42 oder alternativ das Absägen des gebogenen Stativs und folgenden Anbringens eines Schlttens. Selbst wenn ich jetzt einen Adapter finde (der weiß ich wie viel kostet) - obendrauf lastet dann das Gewicht der Kamera über bis zu 40cm Auszug. Das stelle ich mir doch recht wackelig vor.
Bisher konnte ich auf eBay auch noch keine günstigen Mikroskope finden, die wirklich vielversprechend aussehen.

Beim Überfliegen der Threads bin ich aber noch auf eine wichtige Info gestoßen, die ich bisher gar nicht bedacht habe.
Undzwar, dass beim Verschieben des Objektes ja auch der Schattenwurf durch die statischen Lichtquellen verändert wird.
Für mein Vorhaben würde das bedeuten, dass ich die beiden Blitze zum Beispiel per Magic-Arm direkt am Motiv-Schlitten befestigen müsste. Alternativ lasse ich den Motivaufbau samt Beleuchtung statisch und bewege wieder die (schwere) Kamera... mal sehen

Zitat von Adalbert im Beitrag #4

Hast Du bereits mit dem Novoflex-Schlitten etwas gestackt?
Wenn nicht, dann probiere erst und dann wirst Du sehen was Dich stört und was Du noch brauchst.

Da ich momentan noch so einige andere Projekte am Laufen habe, bin ich vorerst nur zur Theorie gekommen
Wenn ich allerdings in unterschiedlichen Threads schon lese, dass der Castel-Q selbst mit Feintrieb nicht über 3:1 oder 4:1 hinauskomme, weil die Schrägverzahnung einfach keine 1/100mm zulässt, dann bestärkt mich das umso mehr in meinem Vorhaben, micht direkt mit einer "richtigen" Lösung einzuarbeiten.

Zitat von Adalbert im Beitrag #4
Schau Dir noch den Schlitten an: http://www.ebay.de/itm/112243764914?clk_...8188&rmvSB=true
Und die Diskussion über Zollbestimmungen: Zollbestimmungen

BTW, kennst Du jemanden, der die Artikel aus China verzollen musste?

Danke für den Link. Diese Schlitten sind mir auch im einen oder anderen Thread schonmal begegnet.
Auch da hat man leider das Problem, dass die Verstellung lediglich in 1-Millimeter-Schritten möglich ist.

Wegen der Modifikation mit der Mikrometerschraube frage ich mich, ob der gelockerte Gewindelauf des iShoot eventuell flüssiger läuft als eine gelockerte Schrägverzahnung beim Castel-Q. Ich habe mir auch mal die Verzahnung der günstigen Einstellschlitten von Quenox/Fotomate/Mengs/Enjoyyourcam/.. (alles die gleiche OEM-Ware) angesehen. Die ist wie zu erwarten nochmal wesentlich gröber, als die von Novoflex. Die Friktion müsste man bei angeflanschter Mikrometerschraube dort ggf. stark lockern, um einen gleichmäßigen Lauf hinzubekommen.

Werde ich mir auf jeden Fall noch mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen.

Wegen der Sache mit dem Import:
Soweit ich weiß, lässt der Zoll die Ware offiziell nur durch, wenn außen auf dem Paket eine Rechnung angebracht ist, anhand der sich nachvollziehen lässt, dass die Einfuhrsteuer bereits beim Kauf entrichtet wurde. Andernfalls wird das Paket abgefangen und darf bei der nächsten Zoll-Behörde unter höchst bürokratischen Bedingungen abgeholt und die Einfuhrsteuer nachgezahlt werden
So jedenfalls bei Artikeln über einem Warenwert von 21 Euro, bei denen die Steuer nicht bereits geleistet und ausgewiesen wurde.

Bei Import-Ware trägt man zudem das "Risiko", dass die Ware bei Nichtgefallen (z.B.: Schlitten hat viel zu viel Spiel) nach China rückversandt werden muss, was je nach erforderlicher Absicherung nicht ganz günstig ist.

Zitat von Kurt im Beitrag #5
"Es gibt viele Wege nach Rom" und bei unterschiedlichen Fortbewegungsarten, kann für jede Art ein anderer Weg der bessere sein!
[...]
Der langen Rede kurzer Sinn:
Leg los.

Auch dir, Kurt, vielen Dank für deine offenen Worte!

Aller Anfang ist schwer, und bei all den Optionen verliert man in der Tat schnell die Übersicht und Ansprechbarkeit.

Bevor ich weitere Investitionen (und hoffentlich keine Fehltritte) wage, wollte ich aber natürlich erst mal fragen, wie eure Eindrücke zu den vorgeschlagenen Varianten aussehen. Nutzer, die mit der einen oder anderen Konstellation schon gearbeitet haben, können da vielleicht ein paar wertvolle Tipps mit auf den Weg geben und einschätzen, welche Variante sich vieleicht gar nicht wirklich umzusetzen lohnt.

____________________________

Eine der ersten Hürden wäre wie gesagt auch die Beschaffung eines Balgens und entsprechender Zwischenringe, um den benötigten Auszug zwischen Vergrößerungsobjektiv und Kamera zu gewährleisten.

Als Balgen könnte ich mir etwas in dieser Richtung hier vorstellen:
Pentacon Balgengerät inkl Einstellschlitten
Die beiden Komponenten (Balgen + Schlitten) gibt es auch separat, wobei ich dann direkt eine M42 Variante wählen könnte.

Keine Ahnung, ob es noch andere ausreichend massive und zugleich lange Balgen gibt, die noch annehmbar günstig sind und für diesen Einsatzzweck geeignet wären.
Habe dazu auch im Digicamclub schon einen Thread eröffnet, aber die Findung gestaltet sich als eher schleppend.

Bei den Zwischenringen stehe ich vor dem Problem, dass ich für den nötigen Auszug einiges aneinanderreihen müsste, um die gewünschte Strecke von bis zu 30-40cm zu erreichen.
Je mehr Zwischenringe ich verwende, desto höher ist wiederum die Wahrscheinlichkeit, dass der Strahlengang durch Adapterelemente und reflektierende Innenflächen beeinträchtigt wird. Da überlege ich noch, ich ich das Ganze am elegantesten lösen könnte...

Vorteil der gesamten Aktion mit dem Rodenstock wäre halt, dass ich im Vergleich zu manch anderen Lösungen noch einen gesunden Arbeitsabstand zwischen Objektiv- und Motivebene habe. Auf dieser Strecke habe ich dann mehr Spielraum für die Lichtformung und Justierung des Objektes.
Über andere Objektive würde ich dann nachdenken, wenn der Aufbau erst mal steht und ich mit der praktischen Arbeitsweise vertraut bin.


Soweit meine bisherigen Überlegungen.
Ich würde mich freuen, wenn ihr noch den einen oder anderen Ratschlag beisteuern könntet :)
Finde es generell sehr wichtig, solche Infos immer mal wieder gesammelt zusammenzutragen. Das hilft Neulingen ungemein weiter, die sich bei dieser Unmenge an zu berücksichtigenden Faktoren ohne praktische Erfahrung über 100 detailspezifische Threads hinweg kaum orientieren können. Irgendwo muss man schließlich mal anfangen


zuletzt bearbeitet 03.01.2018 17:00 | nach oben springen

#7

RE: Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 03.01.2018 17:09
von stekki | 1.819 Beiträge

Du bist hier im Bereich der Bastler und jeder hat eine Lösung nach seinem Gusto.
Das schöne ist: viele Wege führen nach Rom.


VG Ekkehard
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#8

RE: Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 03.01.2018 17:14
von Kurt | 1.524 Beiträge

Hallo Lucas
deine Vermutung oder Erfahrung mit Zwischenringen kann ich bestätigen, auch wenn die Zwischenringe eine gute Qualität besitzen.
Ich verwende deshalb fest montiert einen Balgen und verwende zusätzlich nur Zwischenringe, wenn es nötig ist.

Kurt


__________________________________________________________________________
Ein besseres Bild, ist das Produkt vieler kleinen Optimierungen, die man einzeln oft nicht sieht.
www.focus-stacking.com
www.focus-stacking.ch/Focus_Stacking_PDF.pdf
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#9

RE: Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 03.01.2018 17:28
von Adalbert (gelöscht)
avatar

Hallo Ekki,

Zitat
“Das schöne ist: viele Wege führen nach Rom.“


Gott sei Dank, sonst wäre das Hobby total langweilig 
Bin voll Deiner Meinung aber ob das alle so sehen?
Danke und Gruß,
ADi

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#10

RE: Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 03.01.2018 17:36
von Adalbert (gelöscht)
avatar

Hallo Lucas,

man könnte die Zwischenringe mit einer Protostar-Folie verkleiden:
http://www.protostar.biz/flock.htm
Das mache ich in meiner unendlichen Rakete.

Das Balgengerät hat aber den Vorteil, dass es mittendrin in dem Tubus platziert werden kann und damit eine Befestigung des ganzen Tubus erleichtert.
Hier bin ich auch gerade am Basteln.

Danke und Gruß,
ADi


zuletzt bearbeitet 03.01.2018 17:37 | nach oben springen

#11

RE: Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 03.01.2018 18:08
von Tsubo | 28 Beiträge

Zitat von Kurt im Beitrag #8
deine Vermutung oder Erfahrung mit Zwischenringen kann ich bestätigen, auch wenn die Zwischenringe eine gute Qualität besitzen.
Ich verwende deshalb fest montiert einen Balgen und verwende zusätzlich nur Zwischenringe, wenn es nötig ist.

Danke für den Hinweis!

Wollte wenn dann auch direkt einen Balgen nehmen, der so lang wie möglich ist.
Müsste ich mich mal schlau machen, ob es da auch längere (noch kostengünstige Varianten) gibt.

Zwischenringe gibt es ja auch wie Sand am Meer. Nur leider viel zu viele Kleinteile und keine all zu langen Tuben (8cm aufwärts)...

Zitat von Adalbert im Beitrag #10
man könnte die Zwischenringe mit einer Protostar-Folie verkleiden:
http://www.protostar.biz/flock.htm
Das mache ich in meiner unendlichen Rakete.

Das Balgengerät hat aber den Vorteil, dass es mittendrin in dem Tubus platziert werden kann und damit eine Befestigung des ganzen Tubus erleichtert.

So etwas Ähnliches habe ich schon mit meinem mFT-Helicoid gemacht. Dort habe ich die Innenfläche mit einer schwarzen Velourfolie beklebt. Ist zwar nicht ultimativ Pechschwarz, hat aber eine etwas diffusere Oberfläche, die im Vergleich zu öligem, blankem Metall nicht all zu stark reflektiert.

Die verlinkte Folie sieht vielversprechend aus. Allerdings kostet der Versand nach EU auch mal eben 24 Dollar
Gibts sowas ggf. nicht auch hierzulande?

Die stabilisierende Funktion durch die Schiene des Balgens ist wirklich ein Vorteil.
Hatte auch überlegt, zusätzlich vielleicht noch mit Schellen an den Zwischenringen vorne und hinten zu arbeiten. Aber da müsste ich dann schauen, wenn alles steht. Wird sicher auch von der Auflagehöhe zum Schlitten hin nicht ganz einfach...


zuletzt bearbeitet 03.01.2018 18:09 | nach oben springen

#12

RE: Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 03.01.2018 19:14
von Sboernemeyer | 917 Beiträge

Oha viel Theorie vorab
Ich kann aus leidvoller Erfahrung sagen: RAN!
Stacken probieren
Verwerfen
Weiterentwickeln
Guter Einstieg: Kurts PDF
Rodagon N
Sony a7RII - Balgen - Rodagon - ggf ADIS Selbstbauschlitten
Und: nen richtig stabiles Stativ ....
Loslegen!
Zur Sony kann ich diverse Daten und Einstellungen liefern - sehr mühevoll erfahren dürfen
Aber damit hast du mit dem VF umschaltbar auf Crop beste Voraussetzungen
Darfst mir gern mal ne PN schreiben
Nochmal: hält dich am Besten an Kurts PDF bzw hör auf ihn
Gruß
Sven


... ich wollt noch DANKE sagen ...
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#13

RE: Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 03.01.2018 20:32
von RheinweibAdministratorin | 2.331 Beiträge

@Sven


_______________________________________________________

Ich weiß, das ich meinen eigenen Kopf habe......ich wohne unter einer Dachschräge.
_______________________________________________________
Makrofotografie-Online
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#14

RE: Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 05.01.2018 19:18
von witweb | 195 Beiträge

Hi Lucas,
zum Thema Balgen mit M42, schau mal hier bei eBay: Balgengerät Auszug bis 290mm
Vielleicht interessant für deine Überlegungen.
Beste Grüße
Michael

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#15

RE: Erstes Stacking-Setup im Eigenbau - Theorie und Praxis

in Hardware 06.01.2018 05:26
von Tsubo | 28 Beiträge

Danke euch für die weiteren Rückmeldungen!

Ich habe mich nun dazu entschlossen, die ersten Teile zu bestellen, um meine Station mal so langsam in die Tat umsetzen zu können.
Als Halterung habe ich tatsächlich noch ein geeignetes Mikroskop gefunden, und zwar ein Grundstativ von einem CZJ Technival 2:
https://www.ebay.de/itm/Grundstativ-zum-...872.m2749.l2649
Die runde Tischeinlage ist zwar schon ziemlich abgenutzt, lässt sich aber sicherlich leicht austauschen. Tut der Sache ja auch keinen Abbruch :)
Ganz praktisch erschien mir jedenfalls die massive, vertikale Säule, an die sich ein Einstellschlitten eigentlich ganz gut anbringen lassen sollte. Werde dort dann wahrscheinlich eine 400mm-Schiene von Haoge anbringen. Der gesamte Oberbau (sprich der Stack aus Kamera, Auszug-Elementen und Objektiv) wird dann in verschiedenen Abständen per Arca Swiss Klemme befestigt und kann bei Bedarf kurzerhand gelöst und verschoben werden.

Als Balgen habe ich mich für einen Petri Travenar entschieden, den ich (in angeblich sehr gutem Zustand) für 35 Euro geschossen habe. Der Auszug ist insgesamt glaube ich um die 14cm lang. Werde mal schauen, wie ich den dann erweitere.
Leider habe ich deinen Beitrag, Michael, zu spät gelesen. Sonst hätte ich mich direkt für den Porst entschieden. Genau diesen Balgen habe ich als russischen Nachbau nämlich diverse male für 170 Euro gesehen. Bin beim Preis aber selbstverständlich zurückgeschreckt und habe mich dann mangels preiswerter Alternativen in Übergröße für den Petri entschieden...
Muss allerdings gestehen, dass ich angesichts der vergleichsweise lächerlichen 40 Euro inzwischen doch noch schwach geworden bin
Werde dann vergleichen, welcher sich besser eignet und die beiden entweder kombinieren oder aber den schlechteren weiterverkaufen.

Wegen der Zwischenringe für den extremen Auszug bin ich übrigens noch auf eine ganz markabere Idee gekommen.
Und zwar könnte man sich ein altes, sehr günstiges M42 Tele-Objektiv besorgen und bei diesem einfach die Gläser rausnehmen. Der Zustand wäre dann ja so ziemlich egal, da man nur das Gehäuse als Verlängerung benötigt. Hauptsache der Tubus ist lang genug bzw. lässt sich weit genug ausfahren und klappert nicht umher. Vorne könnte man dann vom Filtergewinde ausgehend auf M42 adaptieren.
Weiß allerdings nicht, ob der innere Aufbau dieser Objektive einen solchen Einsatz (das Licht möglichst ungehindert durchzulassen) überhaupt zulässt. Gegebenenfalls müsste man da noch ein wenig Hand anlegen...
Nur mal so als Schnapsidee, falls alle Stricke reißen und ich irgendwann mal extremere Auszüge in Anspruch nehmen sollte

Ich bedanke mich jedenfalls noch mal für euer Feedback!
Werde euch auf dem Laufenden halten :)

@Sven:
Das Angebot würde ich liebend gern in Anspruch nehmen!
Wäre super, wenn wir uns demnächst mal in Verbindung setzen könnten.


zuletzt bearbeitet 06.01.2018 05:32 | nach oben springen


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