#1

Wieder Halos

in Alles rund um die Bildbearbeitung 07.10.2020 10:43
von Distra | 6 Beiträge

Hallo zusammen,

hier zeige ich wieder Fluorit Kristalle von der Erzgrube Mina Uchuccacua (Provinz Oyon, Dept. Lima) in Peru.

Beim Übergang von hellen Stellen zur dunklen Matrix (z.B. in der Bildmitte unten) zeigen sich oft graue Säume (Halos). Mich würde interessieren wie ihr bei der abschließenden Retusche des gestackten Bildes diese Säume entfernt, das Austauschen des Hintergrundes ist ja hier nicht möglich. Mit welchen Programmen und Werkzeugen arbeitet ihr in solchen Fällen?

Ich bin schon gespannt auf eure Antworten, im Voraus schon herzlichen Dank



Making of Daten
Kamera: Fujifilm X-T2
Objektiv: Laowa 25/2.8
Blende: 2.8
Belichtungszeit: 2 sec
Beleuchtung: Dauerlicht mit LED/ Diffusor
ISO: 200
Dateiformat : RAW->TIFF->JPEG
Beschnitt in % (Breite und Höhe): ca 2%
Abbildungsmaßstab: 5:1
Anzahl der Schritte: 145
Länge der Schritte: 0,018 mm
Stacking-Software: Zerene
Artenname: Fluorit
Aufnahmedatum: 23.09.2020

LG Dieter

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#2

RE: Wieder Halos

in Alles rund um die Bildbearbeitung 07.10.2020 11:49
von Kurt | 2.290 Beiträge

Hallo Dieter

Solche Halo's sind normal, auch wenn nur ein Bild angefertigt wird, meistens gehen sie dann in die Unschärfe über und fallen nicht störend auf,
die Halos sind ein fotografischer Artefakt, bedingt durch Linsen und die Grösse der Blende.
Mit einer Lochkamera hat man diese nicht!
Es sind also keine durch Focus Stacking bedingte Artefakt, fallen bei Focus Stacking jedoch auf.
Mit viel Beschiss (Retusche) kann man sie entfernen, an einigen Stellen war ich aktiv. Jedoch ist der Dokumentarische Wert des Bildes etwas reduziert.
Vergleicht man die Bilder, fällt die Retusche auf, kennt man nur das retuschierte Bild, fällt die Retusche nicht auf, wenn man bei der Retusche darauf achtet, dass man keine Wiederholungen einbaut.
Für diese Änderung hier, benötigte ich 10 Minuten.
Weitaus besser gelingt es, wenn man das Bild in Originalgrösse retuschiert.
Verwendetes Werkzeug ist der Kopierstempel mit unterschiedlicher Deckkraft.
Verwendete Software: Affinity Photo
Funktioniert aber auch mit PhotoShop.



Kurt


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In der Fotografie gilt es auch, das Schöne zu entdecken.
Klassisches auflicht Focus-Stacking
www.focus-stacking.com
www.focus-stacking.ch/Focus_Stacking_PDF.pdf

zuletzt bearbeitet 07.10.2020 12:25 | nach oben springen

#3

RE: Wieder Halos

in Alles rund um die Bildbearbeitung 07.10.2020 20:05
von matten | 18 Beiträge

Hallo Dieter,

ich weiß nicht ob mein Beitrag hilft da ich mit Helicon arbeite,
aber es ist schon ein unterschied wie aktuell deine Software ist, und mit welchen parametern deine Bilder gestackt werden.
Wie gesagt, mit Zerene habe ich keine Erfahrung.
Bei Helicon gab es einen großen Sprung von Version 6 auf 7.
Angehangen habe ich zwei mal das geiche Bild, einmal gestackt mit Version 6und einmal mit 7.
Ansonsten komplett unbearbeitet.

Gruß Matthias

Angefügte Bilder:

zuletzt bearbeitet 07.10.2020 20:10 | nach oben springen

#4

RE: Wieder Halos

in Alles rund um die Bildbearbeitung 07.10.2020 22:22
von Kurt | 2.290 Beiträge

Hallo Dieter

Die Version 7.0.2 habe ich vor 2 Jahren installiert, also schon etwas her.
Mit welcher Methode hast du gestackt, A B, oder C'
Die Methode C ergibt vom Aussehen kein spektakulär gefälliges Ergebnis,
es ist aber sehr Artefaktearm und lässt sich sehr gut bearbeiten, da noch nicht geschärft und dergleichen.
Methode C von Helicon Focus ist fast identisch mit Zerene Methode PMax, die ich in 99 % der Fälle verwende.

Kurt


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#5

RE: Wieder Halos

in Alles rund um die Bildbearbeitung 07.10.2020 22:40
von Olaf | 752 Beiträge

Hallo Kurt,

was Du schreibst ist nicht ganz korrekt.

Methode C unterscheidet sich von A und B in drei Eigenschaften:

1. es bildet an sich überschneidenten Stellen die geringsten Artefakte
2. es ist die Methode, wo das Rauschen - vor Allem in homogenen Hintergründen - am stärksten ausgeprägt ist
3. es ist die Methode, welche am stärksten geschärft ist. Gerade bei den Lichtern entstehen hier in Grenzbereichen ausgebrannte Stellen.

Methode A ist die rauschärmste Methode, welche aber auch die geringste Auflösung ergibt. Hier entstehen oft leicht schwammige Bilder. Allerdings ist die Methode sehr gut geeignet um homogene Hintergründe rauschfrei und halofrei zu erzeugen.

Methode B erzeugt ein Ergebnis, welches sich durch eine hohe Detailgenauigkeit und Farbtreue sowie ein geringes - wenn auch leicht höheres gegenüber der Methode A - Rauschen auszeichnet. Leider sind hier aber die Artefakte an sich überschneidenden Stellen stark ausgeprägt, was eine Retusche fast immer notwendig macht. Scheut man diesen Aufwand aber nicht, erzeugt die Methode B das mit Abstand beste Bildergebnis.

Tschüss Olaf

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#6

RE: Wieder Halos

in Alles rund um die Bildbearbeitung 07.10.2020 23:36
von Kurt | 2.290 Beiträge

Hallo Olaf

"1. es bildet an sich überschneidenten Stellen die geringsten Artefakte"
Sag ich, vorausgesetzt du spricht von Methode C.

"2. es ist die Methode, wo das Rauschen - vor Allem in homogenen Hintergründen - am stärksten ausgeprägt ist"
Mit Rauschen habe ich keine Probleme, da ich genügend Licht verwende und bei der Kamera mit der Grundempfindlichkeit arbeite!

"3. es ist die Methode, welche am stärksten geschärft ist. Gerade bei den Lichtern entstehen hier in Grenzbereichen ausgebrannte Stellen."
Ich belichte reichlich, z.T. ETTR.
Orientiere mich aber nicht am Luminanz Histogramm, sondern an den einzelnen Farbkanälen mit der Software RawDigger, dadurch wird eine Überbelichtung vermieden.
Ausgebrannte Stellen sind bei meinen Bildern deshalb nicht vorhanden.

Die richtige Belichtung ist bei Fokus Stacking nicht einfach, denn ein Objekt oder Reflex ist erst dann am hellsten, wenn er im Fokus ist.
Also vor dem Stacken auf die hellsten Bereiche scharf stellen und dann die ganze Serie entsprechend der hellsten Stellen, wenn sie im Fokus sind, belichten.

Kurt


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#7

RE: Wieder Halos

in Alles rund um die Bildbearbeitung 08.10.2020 07:18
von Olaf | 752 Beiträge

Hallo Kurt,

ich habe mich nicht auf die optimale Ausleuchtung und Beleuchtung bezogen, sondern lediglich auf die Ergebnisse der verschiedenen Verrechnungsmethoden in HF. Nimmt man das gleiche Ausgangsmaterial und verrechnet die Methoden einzeln durch, entstehen die von mir aufgezeigten Unterschiede. Das hat mit einer optimalen oder nicht optimalen Qualität des Ausgangsmaterials wenig zu tun.

Wenn man nicht nur im Studio stackt, sind optimale Belichtungen / Beleuchtungen oft nicht möglich. Das ist aber ein anderes Thema.

Tschüss Olaf

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#8

RE: Wieder Halos

in Alles rund um die Bildbearbeitung 08.10.2020 12:54
von Kurt | 2.290 Beiträge

Hallo Olaf

Ich habe bei meinen Vergleichen gesehen, dass sich das Rauschen bei den unterschiedlichen Stack Methoden im Aussehen unterscheidet.
Bei einigen Methoden sieht das Rauschen beim gestackten Bild gleich fein gekörnt aus, wie in einem Einzelbild.
Bei anderen Methoden kommt es zur Klumpenbildung, die auffälliger ist wie das fein gekörnte Rauschen.
In etwa so, wie fünf Steine auf einem Haufen, aus Distanz eher gesehen werden, wie wenn die gleich grossen Steine einzeln verteilt sind. Beide Male handelt es sich aber um fünf Steine.
Das grobe Rauschen lässt sich nicht so gut entfernen wie das feine.

Dass du mit dem Rauschen in einer anderen Dimension konfrontiert wirst wie ich, liegt an den unterschiedlichen Kameras und ISO-Zahl.
Es ist deshalb auch ein anderer Umgang mit den Bildern nötig, z.B. andere Stackmethode.

Eines ist sicher:
Du verwendest für deine Bilder aus der Kamera, eine ideal angepasste Methode, denn deine Bilder sind auch technisch absolute Spitze!

Kurt


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#9

RE: Wieder Halos

in Alles rund um die Bildbearbeitung 09.10.2020 10:36
von Distra | 6 Beiträge

Hallo,

recht herzlichen Dank für eure Antworten.

Das retuschierte Bild war für mich sehr aufschlussreich, z.B habe ich die Halos um den kleinen Kristall in der Mitte erst jetzt erkannt, man muss halt sorgfältig schauen, Affinity Photo bietet hier schon gute Möglichkeiten für die Retusche. Mit Photoshop verwende ich gern auch Frequenztrennung, ist aber etwas aufwendiger.

Das Stacken führe ich meist in Zerene mit der Pmax Methode durch, wie auch bei diesem Bild, bringt für mich meist die effizientesten Ergebnisse.

Ausgebrannte Stellen sind bei mir weniger ein Thema, weil ich durch die Verwendung von Dauerlicht, in Ruhe durch den gesamten Bereich schauen kann, und die kritischen Stellen erkenne. Sehr hilfreich ist hier das FUJI Tether Plug in, das mir ein Histogramm mit Luminanz und den drei Farbkanälen zeigt, sowie über- bzw unterbelichtete Stellen im live view markiert.

Versuche noch weiter nach rechts zu belichten, als es das Histogramm zulässt, haben aber bei mir keine Verbesserung gebracht.

Besten Dank für die Beiträge und LG

Dieter

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