#1

Mehr Dreck drauf als erst gesehen - die Stachelgurke

in Stacking: Flora und Fauna indoor 26.10.2019 21:48
von Lichtfänger | 375 Beiträge

Die Stachelgurke als Neophyt ist an Bächen und Teichen nicht mehr zu übersehen, sie ist stellenweise schon dominant. Hier die Reste des Fruchtkörpers, einmal eine ungestackte Gesamtansicht und dann zwei Details.

Gruß Hans - Joachim




Und nun zwei Detailansichten:



Und da ist plötzlich so viel Dreck zu sehen, der in der Gesamtansicht "nicht vorhanden" war!

Kamera: EOS RP
Objektiv: Tokina 28-70 bei 30mm in Retro
Blende:8
Belichtungszeit: 1/3s
Beleuchtung: Tageslicht
ISO: 100
Dateiformat RAW/JPG:RAW
Beschnitt in % (Breite und Höhe): ohne
Abbildungsmaßstab:
Anzahl der Schritte: 28
Länge der Schritte: 0,1mm
Arbeitsabstand:
Stacking-Software: Affinity
Artenname: Stachelgurke
Aufnahmedatum: 26.10.2019
Sonstiges:



Kamera: EOS RP
Objektiv: Tokina 28 - 70 bei 70mm in Retro
Blende:8
Belichtungszeit: 1/4s
Beleuchtung: Tageslicht
ISO: 100
Dateiformat RAW/JPG:RAW
Beschnitt in % (Breite und Höhe): ohne
Abbildungsmaßstab:
Anzahl der Schritte:116
Länge der Schritte:0,2mm
Arbeitsabstand:
Stacking-Software: Affinity
Artenname: Stachelgurke
Aufnahmedatum: 26.10.2019
Sonstiges:


zuletzt bearbeitet 26.10.2019 21:52 | nach oben springen

#2

RE: Mehr Dreck drauf als erst gesehen - die Stachelgurke

in Stacking: Flora und Fauna indoor 27.10.2019 00:50
von RheinweibAdministratorin | 3.565 Beiträge

Hallo Hans Joachim,
was ist das denn? Ne Stachelgurke? Nie was davon gehört oder gesehen......anscheinend bin ich
von kompletter Blindheit befallen. Laufe draußen rum und finde nix....ich geh bei Dir in die Lehre
Die Bilder gefallen mir wirklich sehr gut, handwerklich top! Ich beneide Dich echt um Dein scharfes
Auge, Du findest die dollsten Objekte. Großartig!!!

LG
Heike


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Auch vegane Küche kann sehr lecker sein....mit ein bisschen Hackfleisch....:-))

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#3

RE: Mehr Dreck drauf als erst gesehen - die Stachelgurke

in Stacking: Flora und Fauna indoor 27.10.2019 08:17
von stekki | 2.564 Beiträge

Hans-Joachim, Stachelgurke - was es nicht alles gibt. Tolle Arbeit.


VG Ekkehard
nach oben springen

#4

RE: Mehr Dreck drauf als erst gesehen - die Stachelgurke

in Stacking: Flora und Fauna indoor 27.10.2019 10:06
von Olaf | 752 Beiträge

Deine Stachelgurke kannte ich auch noch nicht, Hans-Joachim. Gefallen tut sie mir aber sehr gut. Sowohl vom Motiv wie auch von den Bildern her.

Tschüss Olaf

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#5

RE: Mehr Dreck drauf als erst gesehen - die Stachelgurke

in Stacking: Flora und Fauna indoor 27.10.2019 15:01
von Kurt | 2.292 Beiträge

Hallo Hans-Joachim

Ich richte meine Zeilen nicht explizit an dich, sondern an die ganze mitlesende Gemeine, die oft meint, dass passende Objekte zu Hauf zu finden sind.

Üblicherweise nimmt man sich viel Zeit für die eigentliche Fotografie,
also Objekt sehen, abdrücken und Bildbearbeitung.
Daraus resultiert dann manchmal, dass ein Objekt sich als schmutzig, nicht intakt usw. entpuppt.

Mit der Zeit erkennt man, dass Fotografieren viel früher beginnt und man ein Objekt zum Projekt machen sollte.

Das Beispiel, Engelsüss (Engelsüss 3):
2011 hat mir ein Botaniker zur Artbestimmung, Sporen von einem Farm zum fotografieren geschickt.
Was ich dann tat und ihm eine Hilfe war.
Das Thema Farn, war in mir geweckt.
Ich informierte mich, wie das mit den Farn, ihren Sporen ist und wie es im Bild aussieht.
Dabei zeigte sich, dass für mich nicht die Sporen interessant sind, sondern die Sporenkapseln (Sporangien),
die in Gruppen (Sori) an der Farnblattunterseite zu finden sind.
Denn diese sehen ulkig aus.
So habe ich meine ersten Farnblätter im Wald gesammelt und unter dem Mikroskop (Binokular) betrachtet und fest gestellt,
dass sich über den Sori eine dünne Haut (Schleier, Indusium) befindet, die den freien Blick auf die ulkigen Sori und die Sporenkapseln behindert.
Mit einer Pinzette habe ich diese Haut entfernt, dabei entstand zwischen den Sporenkapseln ein Loch (ein Bereich ohne Sporenkapseln) was unschön aussah.
Das war sehr ärgerlich.
Bei meinen Recherchen im Internet entdeckte ich eine Farnart, bei welcher natürlicherweise das Indusium abfällt
und so den Blick auf die Sporenkapseln ohne Loch frei gibt.
Der Engelsüss ist eine von wenigen Farnarten, wo das der Fall ist.
Engelsüss ist einheimisch, ich fand aber im Wald (Waldrand, Nordseite) keine Farne dieser Art.
So habe ich mir in einer Gärtnerei Engelsüss besorgt.
Von den 4 erhaltenen Pflanzen besass nur eine Sporenkapseln an der Blattunterseite.
Diese habe ich (2012) fotografiert und gute Bilder erhalten.

2018 wollte ich, mit inzwischen neuerer und besserer Ausrüstung und vor allem mehr Zeit die mir zur Verfügung steht, wieder diese Sporenkapsel fotografieren.
Eine Suche nach der Pflanze (Engelsüss) an nördlich ausgerichteten, feuchten Waldrändern war erneut erfolglos.
Wieder bestellte ich in einer Gärtnerei einige Pflanzen.
Diese besassen Sporenkapseln, sie waren jedoch grün und absolut uninteressant.
Nun stellte sich das Problem, dass ich für diese einheimische Pflanze, die es feucht und schattig liebt, im Sommer einen geeigneten Standort finde,
gar nicht so einfach.
Immer wieder nahm ich von der Pflanze einige Blattteile mit Sporenkapseln und fotografierte sie,
ohne dass sich die von mir gewünschten, im Aussehen schönen Sporenkapseln zeigten, das ging über Monate so.
Scheinbar war es ein absoluter Zufall, dass 2012, sich die Farne die ich erhalten habe, genau im richtigen Zeitpunkt der Entwicklung der Sporenkapseln befanden.
Ende August, Anfang September (also nach Monaten) befanden sich dann die Sporenkapseln im richtigen Entwicklungsstadium, um sie zu fotografieren.
Nun möchte ich diese einheimischen Pflanzen gut über den Winter bringen.
Dazu suchte ich einen geeigneten Ort, nordseitiger, feuchter Waldrand.
Nach Wochen habe ich so einen Standort entdeckt und dabei, (also auf der Suche nach dem passenden Standort),
zum ersten Mal, einheimischen Engelsüss gefunden.
(Beschäftigt man sich eingehend mit einer Tier- oder Pfanzenart, dann findet man sie in der Natur eher).
Nun ist es für mich ganz einfach, ich weiss wo Engelsüss zu finden ist und weiss ebenfalls den richtigen Zeitpunkt um es zu fotografieren.
So kann ich nun versuchen, meine Pflanzen im eigenen Garten zu überwintern und wenn sie absterben,
weiss ich einen Ort am Waldrand, wo einheimischer Engelsüss zu finden ist.

Der langen Rede kurzer Sinn:
Man sucht irgendetwas Interessantes zum fotografieren, findet etwas, das meistens nicht optimal ist und ärgert sich, dass Mängel vorhanden sind.
Alles nach dem Motto:
Objekt sehen, abdrücken und Bildbearbeitung.

Erfolgreicher ist es, wenn man sich mit einem Objekt, das man zufälligerweise gefunden hat, auseinander setzt.
Es muss ja nicht eine so lange Geschichte werden wie mit meinem Engelsüss.
Ich möchte mit meiner Geschichte lediglich zeigen, dass das erfolgreiche Fotografieren oft viel früher beginnt wie mit:
Zufälligerweise ein Objekt gefunden.

Betreffend Stachelgurke, würde ich nach einem langen Regen den Fundort erneut aufsuchen und mit Lupe schauen, ob es inzwischen auch saubere Objekte hat.
Weiters würde ich mir Ort und Zeitpunkt in einem Jahreskalender notieren und mich im nächsten Jahr etwas früher um das Objekt kümmern.
(Mein ewiger Jahreskalender beinhaltet diverse solcher Projekte).

Zu deinen Bildern:
Sie gefallen mir sehr gut, ein lohnendes Objekt.
Die fotografische Qualität ist ebenfalls sehr gut, wie bei dir üblich.
Somit ist die Zeit reif, sich vermehrt um das Objekt zu kümmern.

Frau/Mann verzeihe mir meine lehrerhafte Art und Weise, doch ich kann nicht anders .... es is nun mal so

Kurt


_____________________________________________
In der Fotografie gilt es auch, das Schöne zu entdecken.
www.focus-stacking.com
www.focus-stacking.ch/Focus_Stacking_PDF.pdf

zuletzt bearbeitet 27.10.2019 15:07 | nach oben springen

#6

RE: Mehr Dreck drauf als erst gesehen - die Stachelgurke

in Stacking: Flora und Fauna indoor 27.10.2019 17:48
von stekki | 2.564 Beiträge

Kurt, genau mein Vorgehen. Ist ähnlich wie bei der guten Produktfotografie... mehr Aufwand für das Objekt, die Darstellung, den Hintergrund, die Lichtführung. Dabei brauchts viel Geduld und auch Erfahrung. Wenn ich wieder besser zu Fuß bin, dann werde ich auch öfters auf Streifzug ins Gelände gehen.


VG Ekkehard
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#7

RE: Mehr Dreck drauf als erst gesehen - die Stachelgurke

in Stacking: Flora und Fauna indoor 27.10.2019 21:44
von Lichtfänger | 375 Beiträge

Hallo Kurt, hallo Heike und die anderen Kommentatoren,

danke für Eure Kommentare. Und Dir, Kurt, danke ich besonders für Deine Ausfführungen. Die werde ich noch mehrere Male lesen, verinnerlichen und mich dann nochmals dazu äußern. Aber was Kurt hier schreibt, das ist das "Rezept". Meine Antwort zu Euren Anmerkungen gebe ich mal kurz in Stichpunkten ab.

- Man vermißt nur, was man kennt. Also weiß man, wo man etwas finden könnte und wonach man gar nicht suchen braucht, da nicht vorhanden oder unergiebig.
- Es ist die gezielte Beschäftigung mit einer Sache oder auch manchmal der Zufall, der uns das Objekt der Begierde präsentiert. Bei Kurt waren es die Farne, ich habe für die Allergieforschung fotografiert.
- Wer fotografiert, der schaut genauer auf seine Umwelt! Aber das ist "ein weites Feld", wie Fontane schrieb.
- Kurts Anregung mit dem Merkkalender ist gut, ich habe da auch so ein Zettelchen.
- Und Kurt, bei der Stachelgurke hilft der Kalender nicht so richtig. Die Schnecken sind auf diese Früchte ganz gierig. Deshalb so schön skelettiert, aber das so recyclete Fruchtfleisch hat als Hinterlassenschaft der Schnecken eine besondere Haftfähigkeit. Und bei dem Regenmangel in diesem Jahr werden die Skelette wohl eher runterfallen als sauber werden. Ich befürchte schon, daß in unserer Gegend möglicherweise schon bald statt der Kühe die Kamele auf der Weide stehen!.

Gruß Hans - Joachim


zuletzt bearbeitet 27.10.2019 21:46 | nach oben springen


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