#1

Trinotubus zu Canon adaptieren

in Plauderecke für Techniker 07.04.2019 08:47
von Schlangenfreund | 4 Beiträge

Hallo und Guten Morgen in die Runde,

Als Neuling in der Mikroskopie und völliger Laie was die Mikrofotografie betrifft suche ich hier den Rat von Euch Fachleuten.

Ich habe ein wunderschönes altes Zeiss und nun dazu einen Trinotubus bekommen um meine Kamera Canon 5Dmk4 zu adaptieren. Und weiß das es da verschiedene Wege gibt, die schlussendlich nach Rom führen sollen!
Würde aber gern den besten wählen wollen. Welches ist die beste Möglichkeit und was hat welche Nachteile? Mit objektiv? Direkt aber wie? Was brauche ich noch?

Danke im Voraus für euer Verständniss
Lg
Jörg

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#2

RE: Trinotubus zu Canon adaptieren

in Plauderecke für Techniker 07.04.2019 10:28
von stacker | 55 Beiträge

hallo Jörg

lies Dir einmal meinen vor langer Zeit geschriebenen Beitrag im nachfolgenden Link durch - 2 Methoden sind dort beschrieben. Zwar an einem Geradtubus, aber dies geht ja auch an einem Trino

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=21965.0


__________________________________

beste Grüsse aus dem Saarland
Wolfgang
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#3

RE: Trinotubus zu Canon adaptieren

in Plauderecke für Techniker 07.04.2019 10:52
von carypt | 158 Beiträge

hallo ,
da es ein vollformatsensor in der kamera ist , wird für direktabbildung ohne zwischenoptik der sensor nicht voll ausgeleuchtet (dunkle ecken) , die bildqualität ist an den rändern meist auch nicht mehr so gut . ohne zwischenoptik hat man auch nicht die gleiche vergrößerung wie beim blick durchs okular . man kan ein okular einfach als projektiv verwenden , wenn man es 1 cm anhebt . bei manchen zeissobjektiven ist ja auch ein teil der objektivkorrektur in die okulare ausgelagert , man bennötigt also eigentlich ein entsprechendes klp , cpl ,..-okular .
es gibt auch spezielle projektiv-okulare passend , teuer . es gibt die mikrofibel , die sich mit mikroskopen beschäftigt , sehr empfehlenswerte literatur https://www.mikroskopie-forum.de/pdf/mikrofibel.pdf , absatz 4.4.2 . auch im mikroskopie-forum.de gibt es hilfe und viele threads zu kameraadaptionen . sehr gut ist aber auch die von peter höbel zusammengestellte adaptions-sammlung http://www.mikroskopie-ph.de/ . die kamera-adaption erfordert aber meist spezialteile (glockenstutzen auf okularrohr) die man entweder selbst anfertigt oder einen dreher beauftragt .
viel erfolg , gruß carypt


fipradio.fr
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#4

RE: Trinotubus zu Canon adaptieren

in Plauderecke für Techniker 12.04.2019 15:02
von Schlangenfreund | 4 Beiträge

Zitat von carypt im Beitrag #3
hallo ,
da es ein vollformatsensor in der kamera ist , wird für direktabbildung ohne zwischenoptik der sensor nicht voll ausgeleuchtet (dunkle ecken) , die bildqualität ist an den rändern meist auch nicht mehr so gut . ohne zwischenoptik hat man auch nicht die gleiche vergrößerung wie beim blick durchs okular . man kan ein okular einfach als projektiv verwenden , wenn man es 1 cm anhebt . bei manchen zeissobjektiven ist ja auch ein teil der objektivkorrektur in die okulare ausgelagert , man bennötigt also eigentlich ein entsprechendes klp , cpl ,..-okular .
es gibt auch spezielle projektiv-okulare passend , teuer . es gibt die mikrofibel , die sich mit mikroskopen beschäftigt , sehr empfehlenswerte literatur https://www.mikroskopie-forum.de/pdf/mikrofibel.pdf , absatz 4.4.2 . auch im mikroskopie-forum.de gibt es hilfe und viele threads zu kameraadaptionen . sehr gut ist aber auch die von peter höbel zusammengestellte adaptions-sammlung http://www.mikroskopie-ph.de/ . die kamera-adaption erfordert aber meist spezialteile (glockenstutzen auf okularrohr) die man entweder selbst anfertigt oder einen dreher beauftragt .
viel erfolg , gruß carypt


Hallo Carypt,

Danke für Deine Zeilen.
auch wenn ich die Fibel dazu gelesen habe und einiges mehr, so ist doch vieles noch unveständlich für mich. Kennst du jemand der ein solch fertiges Setup besitzt? Der mir erklären könnte was es mit den Zwischenoptiken im Detail auf sich hat, und welcher Aufbau in der Praxisbewährt ist.

lieben Gruß
Jörg

PS: Anbei einmal ein Bild was ich bislang habe
|addpics|otq-1-7f87.jpg,otq-2-374b.jpg|/addpics|

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#5

RE: Trinotubus zu Canon adaptieren

in Plauderecke für Techniker 12.04.2019 19:22
von carypt | 158 Beiträge

hallo jörg ,
was da die bewährte methode sei kann ich dir auch nicht sagen , das kommt drauf an , was man für objektive hat . einige mikroskopobjektive brauchen nachkorrigierende okulare , wieder andere sind für ein zwischenbild im unendlichen gerechnet und brauchen dafür die richtige telanlinse vor dem okular , und wiederum objektive neueren datums haben ein breiteres zwischenbild .
an deinem vollformatsensor wird die direkte projektion des zwischenbildes die sensordiagonale nicht ganz ausfüllen . das zwischenbild wird normalerweise in 150mm von der objektiv-anschraubfläche entfernt gebildet siehe absatz 2.3.1.1 in der mikrofibel . wo das jetzt in deinem trinotubus ist mußt du schauen , bitte noch nix absägen . ein okular müßte mit seinem anschlag im tubusrohr 1 cm darüber sitzen . weil das auge auf unendlich fixiert sein sollte beim gucken , kommt das zwischenbild auf unendlich fokussiert aus dem okular , es wird zwar auch größer , aber erst in der unendlichkeit sollte das bild scharf sein , man kann also denken nach dem okular kommen die lichtstrahlen parallel aus dem okular . man kann jetzt eine kameraoktik nehmen , die auch auf unendlich fokussieren und so das bild auf den sensor lenken , eben inklusive der okularvergrößerung . oder man setzt das okular noch 1 cm höher , dann funktioniert es als projektiv und das bild kann ohne weitere zwischenoptik auf den sensor . man sollte möglichst wenig extra-glas in den strahlengang tun , weil das bild meist schlechter wird . am besten schienen mir meist projektiv adaptionen . in der mikrofibel von herrn henkel stehen ja grundsätzliuche konzepte der kamera anpassung unter kapitel 4.4.2.3.

du wirst wohl mindestens so eine glocke wie im mikroskopie.de thread von stacker (wolfgang) benötigen , und etwas um von da zum canon-bajonet zu kommen . die kamera soll ja nicht herunterfallen . du kannst natürlich auch erstmal die kamera so drüberhalten und schauen was für ein bild du kriegst . und etwas mit papprohren etc probieren oder ein papier in den strahlengang halten um das bild zu sehen . vielleicht reicht dir die direktprojektion mit reichlich bildbeschnitt an den rändern schon für dokumentarische zwecke . idk (i dont know)

das mikroskopie-forum.de ist auch gut um da die fragen zu stellen , du mußt eben höflich sein , dich vorstellen und dann wird einem auch geholfen , sicher besser als von mir

was willst du überhaupt stacken ? also wie groß sind die sachen ? muß das am mikroskop sein ? vielleicht willst du lieber eine mikroskopoptik direkt als objektiv verwenden , mit einem balgenauszug an der kamera auf einem stackschlitten .

die beste kamera-adaption können dir andere sicher besser sagen .
gruß carypt


fipradio.fr
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#6

RE: Trinotubus zu Canon adaptieren

in Plauderecke für Techniker 12.04.2019 22:02
von Schlangenfreund | 4 Beiträge

Hallo Carypt,

Danke für diese ausführichen Zeilen.
Zu aller erst vielleicht was ich gern möchte. :-)
Ich bin Schlangen Halter und möchte gern Untersuchungen von Kot (auf Parasiten), Mundschleim & Ektoparasiten durchführen. Und das Gesehene ordentlich dokumentieren. Das ist mein Ziel.

Ich besitze das 100er Makro von Canon, das 50er als Festbrennweite und ne Menge Zoom Objektive. würde aber auch, falls nötig ein weiteres dazu kaufen.

Wenn das durch das Mikroskop erzeugte Bild nicht ganz die Fläche des Chips ausfüllt ist das zwar schade um all die Pixel aber ok, ist dann halt so :-) Ich habe da eben noch keinen Plan was gehen kann.
würde es aber gern gleich ordentlich machen wollen. weißte wie :-) :-)

Der Tubus (der zum Trinokular dazu war, eventuell auch marke Eigenbau) ist 80 mm lang)

Aber welche Glocke benötige ich im Detail und woher? Und welches Okular oder Objektiv?

Wenn ich das richtig verstehe, ist das doch am Ende egal welche Kamera und welches Mikroskop. Der Aufbau ist doch sicher immer derselbe. Ich habe auf der Mikroskop Seite einen Lochdurchmesser von 12,8 mm mit 20 mm Aussengewinde und dem gegeüber steht entweder Canon Bajonett oder M57er Gewinde für meine beiden Festbrennweiten (falls die gehen sollten). Und das was dazwischen ist benötige ich.

Gibt es hier Leute die mit einem Zeiss GFL arbeiten und Canon?

Habe Du und alle anderen natürlich ein entspanntes Wochenende
lg
Jörg


Zitat von carypt im Beitrag #5
hallo jörg ,
was da die bewährte methode sei kann ich dir auch nicht sagen , das kommt drauf an , was man für objektive hat . einige mikroskopobjektive brauchen nachkorrigierende okulare , wieder andere sind für ein zwischenbild im unendlichen gerechnet und brauchen dafür die richtige telanlinse vor dem okular , und wiederum objektive neueren datums haben ein breiteres zwischenbild .
an deinem vollformatsensor wird die direkte projektion des zwischenbildes die sensordiagonale nicht ganz ausfüllen . das zwischenbild wird normalerweise in 150mm von der objektiv-anschraubfläche entfernt gebildet siehe absatz 2.3.1.1 in der mikrofibel . wo das jetzt in deinem trinotubus ist mußt du schauen , bitte noch nix absägen . ein okular müßte mit seinem anschlag im tubusrohr 1 cm darüber sitzen . weil das auge auf unendlich fixiert sein sollte beim gucken , kommt das zwischenbild auf unendlich fokussiert aus dem okular , es wird zwar auch größer , aber erst in der unendlichkeit sollte das bild scharf sein , man kann also denken nach dem okular kommen die lichtstrahlen parallel aus dem okular . man kann jetzt eine kameraoktik nehmen , die auch auf unendlich fokussieren und so das bild auf den sensor lenken , eben inklusive der okularvergrößerung . oder man setzt das okular noch 1 cm höher , dann funktioniert es als projektiv und das bild kann ohne weitere zwischenoptik auf den sensor . man sollte möglichst wenig extra-glas in den strahlengang tun , weil das bild meist schlechter wird . am besten schienen mir meist projektiv adaptionen . in der mikrofibel von herrn henkel stehen ja grundsätzliuche konzepte der kamera anpassung unter kapitel 4.4.2.3.

du wirst wohl mindestens so eine glocke wie im mikroskopie.de thread von stacker (wolfgang) benötigen , und etwas um von da zum canon-bajonet zu kommen . die kamera soll ja nicht herunterfallen . du kannst natürlich auch erstmal die kamera so drüberhalten und schauen was für ein bild du kriegst . und etwas mit papprohren etc probieren oder ein papier in den strahlengang halten um das bild zu sehen . vielleicht reicht dir die direktprojektion mit reichlich bildbeschnitt an den rändern schon für dokumentarische zwecke . idk (i dont know)

das mikroskopie-forum.de ist auch gut um da die fragen zu stellen , du mußt eben höflich sein , dich vorstellen und dann wird einem auch geholfen , sicher besser als von mir

was willst du überhaupt stacken ? also wie groß sind die sachen ? muß das am mikroskop sein ? vielleicht willst du lieber eine mikroskopoptik direkt als objektiv verwenden , mit einem balgenauszug an der kamera auf einem stackschlitten .

die beste kamera-adaption können dir andere sicher besser sagen .
gruß carypt


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#7

RE: Trinotubus zu Canon adaptieren

in Plauderecke für Techniker 13.04.2019 01:04
von carypt | 158 Beiträge

lieber jörg ,
nun empfehle ich aber wirklich sehr sich im https://www.mikroskopie-forum.de/index.php anzumelden . dort sind sehr fähige leute unterwegs , eben ärzte , tierärzte , biologen , chemiker , geologen etc und oft hochschuldozenten und die helfen gerne , die wissen auch wie man kotuntersuchungen etc macht . und es sind auch natürlich mikroskop-sammler und ähnliche , die über jedes bauteil und zubehör bescheid wissen . die helfen dir bestimmt viel besser .

aber im https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=21965.0 thread von wolfgang werden schon im ersten beitrag 2 möglichkeiten von einer glocke genannt . die glocke passt meist auf den okularstutzen drüber und dann weiß ich auch nicht weiter welche weiteren adapter man noch braucht . man muß also nicht am okular andocken sondern an der glocke die am tubusrohr andockt, das okular ist dann drinnen . eine einfache möglichkeit sehe ich bei dir , eben durch makroringe an der canon auf dem aluring um das trinotubusrohr aufzusetzen , wäre aber nur lose aufgesetzt .

wünsche dir erfolg , ich werde das im mikroforum mitlesen .
du must die mikroskopobjektive angeben mit den bezeichnungen vergrößerung , numerische apertur , und was da noch so draufsteht , oder du müßtest noch mikroskopobjektive kaufen , 2,5x , 4x , 10x , 20/ 30x , 50x , 100x . gerade für kot braucht man schon 50x-100x , das 4x ist gut für überblick und ein 10x ist standard , ein 20x macht aber viel freude . einfache achromaten sind ok und meist scharf , für bildaufnahmen ist es nett wenn man ein planfeld objektiv hat , da ist die schärfe über größer bereiche . und es gibt noch apochromaten die eine bessere farbkorrektur haben . achromaten reichen für stacking . lomo ist nicht schlecht , zeiss , leitz , nikon , olympus .... auch nicht . bei gemischten objektiven muß man eventuell umfokussieren , weil die objektivabgleichlänge unterschiedlich ist (keine parfokalität) . es kann auch sein , daß das objektiv zu lang oder zu kurz ist , für die höhenverstellmöglichkeit des mikroskoptisches , dann kann man nix fokussieren/machen . es gibt aber objektivverlängerungen .

gruß carypt


fipradio.fr

zuletzt bearbeitet 13.04.2019 01:06 | nach oben springen

#8

RE: Trinotubus zu Canon adaptieren

in Plauderecke für Techniker 14.04.2019 22:25
von Schlangenfreund | 4 Beiträge

Hey Carypt,
bin dran. Nochmals Dank für Deine Zeit.
Hoffe bald die rérsten fotos machen zu können.

Dir eine Gute Zeit bis bald
lg
Jörg

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