#1

LED Beleuchtung

in Bastelecke 28.03.2024 21:46
von Pit | 88 Beiträge

Hallo zusammen,

aus 2 massiven Unterlagscheiben (runde Ankerplatten V2A mit einem Außendurchmesser von 13 cm, Innenloch 6 cm und 5 mm Dicke), einem Halter für Fallrohre (Dachrinne), zwei LED Streifen mit Klebeband, drei Gewindestangen und einem Metallring (abgesägt von einem Metallrohr mit 10 cm Durchmesser, Wandstärke 3,2 mm) habe ich mir eine Beleuchtung gebaut.

Ein LED Streifen ist ca. 30 cm lang und hat ca. 1200 Lumen mit einem CRI Wert größer als 90. Die LED Streifen können einzeln angeschaltet werden. Jeder Streifen hängt an einem separaten Netzgerät.

In die kreisrunde Öffnung der Ankerplatten von knapp über 6 cm (etwas nachgeschliffen) passt ein Rohr aus Plexiglas (weiß, satiniert, klar....) mit 6cm Durchmesser. Gehalten wird das Plexiglasrohr mit einem Gummi. Das klare Rohr ist nicht auf dem 3. Bild.

Die hohe Lichtleistung der LED führt zu einer Erwärmung. Diese kann teilweise über die dicken Metallteile abgeführt werden. Das Plastikrohr in der Mitte wirkt wärmeisolierend und streut das Licht (bei der klaren Variante natürlich nur mit gerolltem Papier).

Meine Mittelsäule des Stativs hat mittig alle 10 cm ein durchgehendes M8 Innengewinde und außen eine Schwalbenschwanzführung zur Befestigung der Aufnahmeeinheit (Kamera, Fokusschlitten, Balgen.....). Im Innengewinde kann der Fallrohrhalter mit einem M8 Gewinde befestigt werden. Eine Achse ist damit schon zentriert. Die zweite Achse hängt davon ab, wie weit die Gewindestange des Fallrohrhalters eingedreht wird. Je nach verwendetem Aufbau kann die Tiefe so variiert werden, dass sich die Öffnung in der Mitte der Optik befindet. Mit einer Gewindehülse auf der Gewindestange des Fallrohrhalters wird das Ganze fixiert (Bild 4)

Auch bei der klaren Variante kann kein Licht direkt in das Objektiv scheinen, weil die Ankerplatten das Licht abschirmen (setzt natürlich voraus, dass man nicht mit dem Objektiv in die Konstruktion eintaucht).

Drei Gewindestangen durch die Ankerplatten klemmen den Metallring mit den LED Streifen. So hält alles zusammen. Alle Teile incl. LED Streifen mit zwei Netzgeräten kann man für ca. 80 Euro kaufen. Der Bastelaufwand ist sehr gering. Mit etwas polieren, Löcher in die Ankerplatten bohren, Gewindestangen ablängen konnte ich das Teil herstellen.

Den Rest erklären die Bilder.

VG Pit










zuletzt bearbeitet 29.03.2024 09:26 | nach oben springen

#2

RE: LED Beleuchtung

in Bastelecke 31.03.2024 15:37
von RheinweibAdministratorin | 4.628 Beiträge

Hallo Pit,
kaum einer hier ist kein Bastler. Sieht interessant aus, bin gespannt auf die Ergebnisse. Sowas ähnliches
habe ich auch mal gebaut, hab es dann aber wieder eingemottet, die Lichtleistung war einfach zu schwach.
Deins scheint mehr Power zu haben.

LG
Heike


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Wenn Bemühung nicht hilft und die Menschen in Selbstzerstörung enden, so wird ihnen der Kosmos keine Träne nachweinen.
Albert Einstein
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#3

RE: LED Beleuchtung

in Bastelecke 31.03.2024 20:15
von Pit | 88 Beiträge

Hallo Heike,

vielen Dank für deinen Kommentar.

Ich bin mit der Lichtleistung der Lampe sehr zufrieden. Ein mit dieser Lampe erstelltes Bild füge ich nachstehend ein. Das Bild habe ich bereits bei "Habroleptoides confusa" gepostet. Es wurde eine Belichtungszeit von 1/125 sec. bei ISO 200 mit dem weißen Plexiglasrohr (Wandstärke 3mm) erzielt. Mit dem satinierten Plexiglasrohr oder einem klaren Rohr mit wenigen Lagen gerolltem Papier dürfte die Belichtungszeit kürzer sein, weil das weiße Plexiglasrohr im Vergleich zu den anderen Varianten am wenigsten Licht durchlässt. Das dürfte etwas über die Helligkeit der Lampe aussagen.



Kamera: Olympus OM-1
Objektiv: Mitutoyo 10x / 0,28 adaptiert an Olympus 2,8/40-150mm
Blende: am Oly 40-150 Blende 2,8 (Offenblende)
Belichtungszeit: 1/125 sec
Beleuchtung: Eigenbau LED
ISO: 200
Dateiformat RAW/JPG: RAW
Beschnitt in % (Breite und Höhe): ca. 20 %
Abbildungsmaßstab: ca. 20:1
Anzahl der Schritte: 333
Länge der Schritte: Kameraeinstellung "2"
Arbeitsabstand: 34 mm
Stacking-Software: Zerene Stecker
Artenname: Habroleptoides confusa (Eintagsfliege)
Aufnahmedatum: 02.04.2023
Sonstiges: Die 333 Bilder wurden in 54 Sekunden von der Kamera aufgenommen.

LG Pit

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#4

RE: LED Beleuchtung

in Bastelecke 01.04.2024 11:02
von Quartalsstacker | 517 Beiträge

Hallo Pit,

eine interessante Lösung hast Du da ausgetüftelt. Das Bild von Habroleptoides zeigt ja, dass sie gut funktioniert. Es gibt unter all den Stackern zig Eigenbauvarianten, jede/r löst das und adaptiert das ans eigene Setup. Es wäre mal spannend, all die Eigenbauten nebeneinander zu sehen.

LG Uwe


schau auch mal hier:
https://www.instagram.com/focus.details/
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#5

RE: LED Beleuchtung

in Bastelecke 01.04.2024 15:34
von Kurt | 3.366 Beiträge

Hallo Pit

Vielen Dank für die Dokumentation deiner Beleuchtung.

Dein Bild zeigt eine Zange (Cerci) wie beim Ohrwurm.
Irgendwie stehe ich auf dem Schlauch,
denn in dieser Form kann ich sie nicht bei Eintagsfliegen oder bei Habroleptoides confusa finden, weder bei der Larve noch beim Imago?
Hast du ein Übersichtsbild?

Kurt


Bildergalerie: g42-Kurt.html
http://www.focus-stacking.ch/

zuletzt bearbeitet 01.04.2024 15:40 | nach oben springen

#6

RE: LED Beleuchtung

in Bastelecke 01.04.2024 17:25
von Pit | 88 Beiträge

Hallo Kurt,

die männlichen Eintagsfliegen haben im Imagostadium Gonopoden mit denen sie bei der Begattung im Flug das Abdomen des Weibchens umklammern. Eine der sichersten Bestimmungsmerkmale bei den Eintagsfliegen sind die männlichen Begattungsorgane. Deshalb helfen Fotos davon, die Art zu bestimmen.

Diese Gonopoden wirken nur bei der Vergrößerung von ca. 20x so groß. Auf der nachfolgenden Gesamtübersicht des Imagos sind die Gonopoden unterhalb der Schwanzfäden sichtbar, aber sehr klein. Bei den Eintagsfliegen werden die zwei äußeren Schwanzfäden (nur bei der Übersicht sichtbar) als Cerci bezeichnet. Weil einige Arten als Imago nur zwei Schwanzfäden haben, wird der mittlere Schwanzfaden mit Paracercus bezeichnet.





Herzliche Grüße

Pit

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