#1

Staubvermeidung, aber wie?

in Für Einsteiger und Ratlose: Typische Fehler und Stacking-Effekte 18.02.2018 06:46
von Jürgen | 200 Beiträge

Servus,
da ich hier das Problem schon angescnitten habe, möchte ich mal explizit darauf eingehen.
Mein Testvesuch basiert auf der vorab gereinigten Sensorebene der D300 und der ebenfalls vorab gesäuberten Glasflächen des Rodagon 1:2,8 f=50mm (der schwarze Splitter ist noch im Objektiv vorhanden und auch deutlich unter dem Bino zu sehen, hat sich aber meiner Meinung nach nicht negativ auf das Ergebnis ausgewirkt).
Das Testobjekt war in etwa so etwas mit einer Glasstärke von 1,68 mm.
Die Reinigung des Sensors hat mir schon einiges an Geduld und Zeit abverlangt.
Das Reinigen der Millimeterglasplatte unterm Bino war ebenfalls sehr zeitaufwendig und das Ende vom Lied ist, dass ich sie trotz Alkoholbad, Blasebalg, Pinsel etc. nie ganz Staubfrei bekam. Kleinstpartikel kommen immer wieder (statische Aufladung?), selbst nach einem Alkoholbad haften immer wieder Fussel am Glas.
Jetzt frage ich mich natürlich, ob es überhaupt möglich ist, die fotorelevanten Gegenstände = das zu fotografierende Objekt, Objektivgläser, Sensor.... je ganz staubfrei zu bekommen? Ich glaube es fast nicht...

Und hier zwei meiner Experimente:
Beim ersten Bild habe ich oben rechts bewußt Schlieren auf dem Testglas belassen um einen Vergleich zu haben, ob mein Sensor noch von diesem Schleier behaftet ist, Aufnahme besteht aus 24 Einzelaufnahmen.
Zweites Bild besteht aus 56 Einzelaufnahmen, wurde bewußt nicht parallel zur Achse ausgerichtet um einen weiteren Stackweg zu haben. Außerdem habe ich einen Punkt mit rotem Edding gesetzt, um auch die ganze Stärke des Glases durchzustacken (Edding Vorderseite Glas, Zahlengravur Rückseite Glas).

Die eingezeichneten Kreise mit blau sind meines Erachtens Sensorflecken, oder Fußel auf dem Objektiv, glaube aber eher Sensorflecken. Rote Kreise sind Staubpartikel auf dem Testglas.

Hat wer eine Idee wie man die Fussel, egal wo sie auch sein mögen, wegbekommt, oder muss man diese hinnehmen?
Da ich ja gestern nach besten Wissen und Gewissen eine Reinigung durchgeführt habe, bin ich etwas ratlos. Außerdem habe ich im Sucher auch Staubpartikel, die sich aber nicht auf die Fotos auswirken, liegen wahrscheinlich außerhalb der Chipreichweite.
Stempelt ihr die Flecken alle mit Photoshop weg?

Die Test sind jetzt natürlich nicht genormt und haben auch keine allgemeingültige Aussagekraft, dienten jedoch für mich dazu, dass ich ein tieferes Verständnis für die Sache bekommen habe.

Auf Rückmeldung von mitfühlenden, mitleidenden oder auch mitwissenden Artgenossen wäre ich dankbar





Grüße Jürgen

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#2

RE: Staubvermeidung, aber wie?

in Für Einsteiger und Ratlose: Typische Fehler und Stacking-Effekte 18.02.2018 08:37
von Sboernemeyer | 909 Beiträge

Moin Jürgen,
Die statische Ladung ist unser Feind
Feiner Sprühnebel mit Wasser hilft zb beim Objektivwechsel - Feuchtigkeit bindet den Staub in der Luft - so bleibt der Tubus zumindest beim Objektivwechsel staubfrei
Weiß da auch keine konkrete Abhilfe
Helicon Focus bietet ne Dustmap
Das funktioniert recht gut
ABM festlegen
Dustmap schießen (nur JPG)
Ab in die Dustmap
Das verrechnet HF dann automatisch
Glück auf!
Sven


... ich wollt noch DANKE sagen ...

zuletzt bearbeitet 18.02.2018 11:34 | nach oben springen

#3

RE: Staubvermeidung, aber wie?

in Für Einsteiger und Ratlose: Typische Fehler und Stacking-Effekte 18.02.2018 09:46
von Jürgen | 200 Beiträge

Danke Sven für deine Antwort, schön zu hören, dass es nicht nur mir so mit dem Schmutz geht .
Leider bin ich bei der EBV-Bearbeitung ganz am Anfang, diese Dustmap kenne ich nicht, ich schmeisse meinen Stapel einfach in HF rein Methode C und fertig.
Ich seh schon, ohne eine vernünftige Grundkentnis dieser Arbeitsschritte komme ich hier nicht weiter
Gibt es da vielleicht Lernvideos dazu?

Hier nun eine Aufnahme, die ich heute gleich nach meiner Testserie oben geschossen habe.
Aufnahmedauer ca. 70 min. mit 729 Einzelfotos, Blende 5,6 und 1/4 sec. Belichtungszeit. Die Würmchen sind seit der Reinigung deutlich weniger, doch immer noch sehr dominant. Und zum Vergleich mit der Testserie auch sehr aufdringlich, liegt wahrscheinlich auch an der Anzahl der Schritte.
Die Würmer, die ich im Test blau eingekreist habe, sind hier am stärksten zu sehen, jedoch tauchen noch viel mehr auf, dies sind wahrscheinlich der Größe nach geordnet, jed größer ein Schmutzpartikel um so deutlichere Würmer und je mehr Stackschritte um so weiter wandern diese auf dem Endbild.



Das gleiche Bild nach ca. 8 min. Bearbeitung mit Photoshop Elements 10. Es sind nur wenige Arbeitsschritte die ich hier "a bissl" beherrsche, die meisten Optionen sagen mir hier nichts.
Vielleicht kann ja hier mal wer seinen Arbeitsaufwand schildern, damit ich eine Hausnummer habe, wieviel und auch evtl. was ihr bei der Bildbearbeitung so alles investiert?.



Ich habe auch das Gefühl, dass das Objektiv nicht "scharf zeichnet", wenn ich z.B. mit dem 3,2 CarlZeis fotografiere, erscheinen mir die Fotos viel knackiger? Hab aber dieses Objektiv nur an der EOS M3 bis jetzt benutzt und die hat ja eine doppelt so hohe Auflösung
D300 ca. 12MP
M3 ca. 24 MP

Auf weitere "hilfreiche" Rückmeldungen gespannt!

Jürgen


zuletzt bearbeitet 18.02.2018 09:49 | nach oben springen

#4

RE: Staubvermeidung, aber wie?

in Für Einsteiger und Ratlose: Typische Fehler und Stacking-Effekte 18.02.2018 09:55
von stekki | 1.779 Beiträge

Staub, Härchen, Fussel waren schon immer der Feind des Fotografen bei Sachaufnahmen. Früher mit Film, ohne mit Möglichkeiten der späteren digitalen Bearbeitung, war das Szenario noch schlimmer...

Bei Arbeiten mit vergrößerten Objekten sieht man im Prinzip erst später, was da noch so alles im Ergebnis erscheint - obwohl man der Meinung war, alles sauber geputzt zu haben.
Da haben wir es heute mit Photoshop und Co viel leichter, dies zu korrigieren, zu stempeln und mit anderen Techniken zu bereinigen.

Sensordreck ist am schlimmsten, da jede Aufnahme davon betroffen ist. Meistens schiebt man den Dreck an die Ränder...

Mit Diskofilm - da gehen die wenigsten mit ran - kann man viele "Störenfriede" bis auf Schlierenbildung vom Sensor entfernen.
Bei meinen Canon-Bodys (sehr tief liegender Sensor mit viel Rand) war das die einzige richtige Reinigungsmethode.

Rainer, ein netter alter früherer Forenfreund, der mir auch mal ein Objektiv repariert hatte, brachte die Methode mit der Filmreinigung ins Rollen.
Offenbar gibt es jetzt 2 Fluid-Typen für diese Kameras...


VG Ekkehard

zuletzt bearbeitet 18.02.2018 10:04 | nach oben springen

#5

RE: Staubvermeidung, aber wie?

in Für Einsteiger und Ratlose: Typische Fehler und Stacking-Effekte 18.02.2018 10:41
von Sboernemeyer | 909 Beiträge

Hallo Jürgen
Einfacher Test für die Staubkarte:
Du legst nen ABM fest
Richtest dein Objekt ein
Nimmst das Objekt wieder runter
Weißes Blatt fotografieren (mit den Einstellungen wie du stacken würdest) in JPG speichern
Nun in HF folgendermaßen (Mac Version):
Datei
Staubkarte einrichten ....
Die erstellte JPG auswählen
Danach gehts ans Rendern ....
Das wars dann schon
Mach mal nen Test - lohnt wie ich meine :)
Gruß
Sven


... ich wollt noch DANKE sagen ...
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#6

RE: Staubvermeidung, aber wie?

in Für Einsteiger und Ratlose: Typische Fehler und Stacking-Effekte 18.02.2018 12:27
von RheinweibAdministratorin | 2.246 Beiträge

Tach zusammen,
jaja, der allgegenwärtige Staub.....die Geißel der Fotografen (und Putzteufel).
Bei mir hat sich neben den Q-Tips ein "Speckgrabber" bewährt. Sieht aus wie
ein Stift und hat an der Spitze eine Gummilippe. Mit dem Ding kommt man
prima in die Ecken und an den Rand des Sensors, was mit dem Wattestäbchen
nicht geht.
@Ekki: an den Diskofilm hab ich mich auch nie ran getraut, zugegeben. Und
irgend was flüssiges käme mir NIE an den Sensor. Das hab ich einmal gemacht,
ich glaub, es war Isopropanol (sollte angeblich keine Spuren hinterlassen - HAHA)
Hat ewig gedauert, bis der Sensor wieder eine streifenfreie Oberfläche hatte.
Zu analogen Zeiten wurden Fotolaboranten zu Malern, bewaffnet mit 000-Rotmarderpinsel
und Eiweißlasurfarbe....ich erinnere mich mit Schrecken

Das ist auch ein Grund, weshalb ich inzwischen beim stacken auf die spiegellosen schwöre,
denn da gibts ja keinerlei Mechanik, die Staub rumwirbeln könnte und wenn dann doch so
ein Staubteufelchen den Sensor erreicht hat und es sich dort gemütlich machen will, ist die
Entfernung sehr einfach, weil der Sensor bei weitem nicht so zurückgezogen im Kameragehäuse
wohnt, wie bei einer DSLR.

Am besten wäre es wohl, wenn so ein DSLR-Sensor einmal fast Staubfrei ist (ganz schafft
man das kaum), Objektiv drauf und dann beides miteinander verschweißen

LG
Heike


___________________________________________________________________________________________

Das schöne an der Entwicklung der modernen Digitalfotografie ist doch, dass jetzt wirklich jeder fotografieren kann.
Das bedauerliche daran ist, dass es auch wirklich jeder tut.
___________________________________________________________________________________________
Makrofotografie-Online
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#7

RE: Staubvermeidung, aber wie?

in Für Einsteiger und Ratlose: Typische Fehler und Stacking-Effekte 18.02.2018 14:15
von Kurt | 1.472 Beiträge

Hallo Jürgen
ja, man kann wahnsinnig dabei werden.
"Rodagon 1:2,8 f=50mm",
"Ich habe auch das Gefühl, dass das Objektiv nicht "scharf zeichnet" ,
wenn ich z.B. mit dem 3,2 CarlZeis fotografiere, erscheinen mir die Fotos viel knackiger?"


Schärfe ist das Produkt von Auflösung und Kontrast. In der Fotografie sollte man auf eine hohe Auflösung achten,
denn der Kontrast kann nachträglich, sofern erwünscht mit Bildbearbeitung verstärkt werden.

In der Mikroskopie, bei Betrachtung von Auge kann der Kontrast nicht nachträglich erhöht werden,
deshalb zeichnen Mikroskop Objektive oft kontrasthart, damit man die kleinsten Details auch erkennt.

Ich würde mich auf das Fotografieren konzentrieren, da löst das Rodagon höher auf,
wie das Carl Zeiss Jena Semiplan 3.2/0.10 160/- (immer genaue Bezeichnung angeben, damit klar ist von welchem Objektiv die Rede ist).
Das Semiplan ist in der Bildmitte nicht speziell gut und die Auflösung sinkt am Rand auf etwa 50% ab, also für Fotografie nicht unbedingt geeignet.
Das Rodagon ist um einiges besser, es löst bis in die Ecken gleichmässig hoch auf, jedoch nicht so kontrasthart.

Um "knackige", hoch aufgelöste Bilder zu erhalten, sollte geblitzt werden.
Genügend hell und ohne Verwischung, damit mit der Grundempfindlichkeit der Kamera fotografiert werden kann.

Bei der Umwandlung von RAW zu TIF sollte nicht geschärft werden und der Kontrast nicht erhöht werden.
Die Einzelbilder sollten so stark wie möglich entrauscht werden, so stark, dass die kleinesten Details noch nicht zu stark leiden.

Beim resultierenden Stackbild mit scharfen und unscharfen Bereichen, sollten diese Bereiche unterschiedlich bearbeitet werden,
oder mindestens der durch Bearbeitung geschärfte, unscharfe Bildbereich des Hintergrundes weich gezeichnet werden.

Zuerst sollte der Stack retuschiert werden.
Danach die Bereiche die in der Schärfe sind bearbeitet werden, nach Möglichkeit den Kontrast Regler nicht verwenden.
Der Hintergrund der in der Unschärfe liegt, kann weich gezeichnet werden.

Wenn Bilder so hergestellt werden, ist das Problem von Würmchen, Staub und Flecken viel geringer.

Bei deinen Bildern habe ich den Eindruck, dass es an Qualität bei den Ausgangsbildern mangelt
und du mit massiver Bildbearbeitung versuchst, das Bild zu retten.
Durch die starke Bearbeitung werden Würmchen, Staub und Flecken besonders gut sichtbar.

Kurt


_____________________________________________
In der Fotografie gilt es auch, das Schöne zu entdecken.
www.focus-stacking.com
www.focus-stacking.ch/Focus_Stacking_PDF.pdf

zuletzt bearbeitet 18.02.2018 14:25 | nach oben springen

#8

RE: Staubvermeidung, aber wie?

in Für Einsteiger und Ratlose: Typische Fehler und Stacking-Effekte 21.02.2018 11:27
von Jürgen | 200 Beiträge

Na dann bin ich ja schon mal beruhigt, dass alle hier Probleme mit dem Staub haben.

@Kurt, deine Ausführungen sind immer sehr ausführlich und ich nehme deine Hinweise auch immer danken an, soweit ich sie vestehe. Wie schon so oft geschrieben ist mein Hauptproblem der Umgang mit sämtlichen Bildbearbeitungsprogrammen und deren Einstellungs/Vestellungsparameter.

Die letzten beiden Bilder sollten eben darstellen, dass ich den Umgang nicht beherrsche bzw. das vorletzte Bild ist absolut unbehandelt, nur in HF eingegeben und mit Methode C durchrendern lassen. Ich hab dann halt im letzten Bild versucht, die Würmer mit PS "rauszuvertuschen"

Ich hoffe ich komm da dochn noch irgendwie und vor allem mit eurer Hilfe voran.

Danke Jürgen

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#9

RE: Staubvermeidung, aber wie?

in Für Einsteiger und Ratlose: Typische Fehler und Stacking-Effekte 21.02.2018 11:32
von stekki | 1.779 Beiträge

Zitat von Jürgen im Beitrag #8
... nur in HF eingegeben und mit Methode C durchrendern lassen.


Staub ist ein generelles Problem...

kleiner Tipp: Ich würde alle 3 Methoden, die HF anbietet, durchrechnen lassen. Nicht immer ist Methode C die richtige...


VG Ekkehard
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#10

RE: Staubvermeidung, aber wie?

in Für Einsteiger und Ratlose: Typische Fehler und Stacking-Effekte 21.02.2018 12:59
von Sboernemeyer | 909 Beiträge

@Jürgen:
Hast du das mit der Dustmap im HF mal probiert?
Gruß
Sven


... ich wollt noch DANKE sagen ...
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#11

RE: Staubvermeidung, aber wie?

in Für Einsteiger und Ratlose: Typische Fehler und Stacking-Effekte 22.02.2018 20:45
von Jürgen | 200 Beiträge

Nein, noch nicht, hatte noch keine Zeit, hoffe ich kann es am Wochenende mal ausprobieren ( wenn ich es hinbekomme)! @ Ekkehard, ich hab gestern mal einen stack mit methode b durchlaufen lassen, in diesem Fall war das Ergebnis wirklich wesentlich besser als mit Methode c.
gruss jürgen


zuletzt bearbeitet 22.02.2018 20:49 | nach oben springen


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