#1

Pygora eryhoderes

in Stacking: Flora und Fauna im "Studio" 03.01.2017 13:30
von Kurt | 1.605 Beiträge

Hallo
Hier ein weiteres Bild mit Schildchen (Scutellum) eines 1 cm langen Käfers.
Die Reflexe sind in ihrer Helligkeit, an der oberen Grenze, da ich einen sehr dünnen Joghurt Becher als Diffusor verwendete.
Er lässt etwas mehr Licht durch wie die Styropor (Polystyrol) Becher.
Mit 4 Blitzgeräten wurde durch den Becher beleuchtet.

Die Wahl des Kameraformates und Objektiv war nicht ganz einfach.
Die Breite des Bildausschnittes beträgt 4 mm.
Mit der Nikon D500 Chipgrösse 23.5x15.6mm wäre ein Abbildungsmassstab von etwa 6:1 nötig,
da löst das Rodenstock APO Rodagon 1:2.8, f = 50mm (in retro) mit etwa 510 LP/mm auf, bei 42 mm freiem Arbeitsabstand.

Mit der Nikon D810 (Vollformat) Chipgrösse 35.9x24mm ist ein Abbildungsmassstab von 9:1 nötig,
da bietet das ZEISS Luminar 16mm, 1:2.5/A 0.2 mit etwa 580 LP/mm eine etwas höhere Auflösung mit 10 mm freiem Arbeitsabstand.

Absolut spitze an Vollformat, wäre das Nikon EL-NIKKOR 50mm 1:2.8 N,
denn es löst bei 9:1 mit 640 LP/mm auf und dies bei einem freien Arbeitsabstand von etwa 36 mm.

Klar sichtbar wird, dass bei Vollformat stärker vergrössert werden muss und deshalb auch die Auflösung (LP/mm) höher ist.
Alle genannten Objektive besitzen einen grossen und hoch auflösenden Bildkreis und sind deshalb für Vollformat bestens geeignet.

Entschieden habe ich mich für das Luminar 16 mm, weil ich es sehr selten gebrauche und wieder einmal ein Bild von ihm sehen wollte.

Ich bin mir ja bewusst, dass Focus Stacking den Eindruck von 3 D etwas mindert.
Etwas erstaunt bin ich dennoch, wenn ich das Bild mit den anderen Scutellum Bildern vergleiche
http://www.focus-stacking.ch/html/scutellum.html
die mit dem Rodagon angefertigt wurden.
Die gestackte Bildtiefe beträgt, 396 Bilder mit Schritten von 0.0025mm, also etwa 1 mm und dies bei einer Bildbreite von 4 mm.
Dass trotz etwas einseitigen Reflexen, die einen 3 D Eindruck unterstützen, das Luminar 16 mm Bild einen sehr flachen Eindruck macht.
Ob das am klein freien Arbeitsabstand liegt, bezweifle ich, hat da jemand eine bessere Idee, oder täuscht mich der Eindruck?

Kamera: D810
Objektiv: ZEISS Luminar 16mm, 1:2.5/A 0.2
Blende: 2.5
Licht: 4 Blitzgeräte
Abbildungsmassstab: 9:1
Stack aus 396 Bildern im Abstand von 0.0025mm



Ausschnitt


Kurt


________________________________________________
Aus Fehlern lernt man. Wer lernen will, muss Fehler machen.
www.focus-stacking.com
www.focus-stacking.ch/Focus_Stacking_PDF.pdf

zuletzt bearbeitet 03.01.2017 18:01 | nach oben springen

#2

RE: Pygora eryhoderes

in Stacking: Flora und Fauna im "Studio" 03.01.2017 13:45
von Adalbert (gelöscht)
avatar

Hallo Kurt,
ein sehr schönes Bild hast Du gezeigt und dazu noch mit einem edlen Objektiv angefertigt.
Wenn es um den 3D-Effekt geht, da sehe ich (natürlich subjektiv) das so, dass gerade die Reflexe in dem unteren Bereich
(links und rechts von den vertikalen schwarzen Rillen auf dem grünen Hintergrund) sehr plastisch wirken.
Es mag aber sein, dass jeder das anders wahrnimmt.
Danke und Gruß,
ADi

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#3

RE: Pygora eryhoderes

in Stacking: Flora und Fauna im "Studio" 03.01.2017 18:40
von Ulrik | 5 Beiträge

Hallo Kurt,
das Bild gefällt mir gut, den von dir angesprochenen flachen Bildeindruck habe ich nicht.
Auch beim Vergleich mit deinen Bildern aus deinem Link kann ich nicht sehen,
daß das letzte Bild weniger räumliche Tiefe haben soll. Nun, meine Augen sind ja auch nicht so geschult!

Das Licht scheint von der Mitte aus beidseitig nach außen zu strahlen. Wie geht das bei nur 4 mm Bildbreite?
Die dunklen, (erhabenen?) Stege sind auf der Seite zur Mitte hell, während auf der nach außen gehenden Seite keine Schatten zu sehen sind.
Durch diesen Beleuchtungseffekt ergibt sich eine sehr schöne Relief-Wirkung!

ADi scheint das anders zu sehen, denn er schreibt "links und rechts von den vertikalen schwarzen Rillen auf dem grünen Hintergrund".
Er sieht Rillen, während meine Augen mir erhabene Stege vorgaukeln.
Unterliege ich hier einer optischen Täuschung, wie auch bei dem scheinbar nicht möglichen Lichteinfall?


LG
Uli
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#4

RE: Pygora eryhoderes

in Stacking: Flora und Fauna im "Studio" 03.01.2017 19:04
von Adalbert (gelöscht)
avatar

Hallo Uli,

genauso gut kann ich falsch liegen :-)

Ich stelle mir das so vor, dass die Wanze etwas gerundet ist und dass es zwei dominierende Lichtquellen gibt.

Die Lichtquelle aus der linken Seite verursacht die Reflexe auf der linken Seite und betonnt die Rillen auf der linken Seite.
Die Lichtquelle aus der rechten Seite verursacht die Reflexe auf der rechten Seite und betonnt die Rillen auf der rechten Seite.

Falls es sich hier aber um die Stege handeln sollte, dann wäre die linke Lichtquelle für die Reflexe auf der rechten Seite zuständig (und umgekehrt).

Meines Erachtens sind beide Varianten möglich.

Wir haben schon Mal so ein Problem mit einem Punktauge. Einige haben es als einen Trichter wahrgenommen.

Danke und Gruß,
ADi


zuletzt bearbeitet 03.01.2017 19:05 | nach oben springen

#5

RE: Pygora eryhoderes

in Stacking: Flora und Fauna im "Studio" 03.01.2017 20:08
von Kurt | 1.605 Beiträge

Hallo Uli
Die schwarzen Streifen sind Furchen, deshalb hat es auch zum Teil Schmutz darin.
Die Netzstruktur und die grüne Farbe verändert sich zwischen den Streifen nicht!
Das konnte ich unter dem Binokular beim Drehen des Objektes klar sehen.
Die Veränderung von weisser Netzstruktur zu einer gleichmässig grünen Fläche kommt nur durch das seitliche Licht zu Stande,
weil die Flügeldecke gewölbt ist.

Es zeigt sich hier ganz klar, was ein unterschiedlicher Winkel des einfallenden Lichtes bewirken kann.
Von Mikroskopikern wird das seitliche Auflicht deshalb oft bemängelt, obwohl es eine höhere Auflösung zeigt,
ist die gezeigte Struktur und in unserem Falle, auch die Farbe zum Teil, nicht naturgetreu!

Kurt


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#6

RE: Pygora eryhoderes

in Stacking: Flora und Fauna im "Studio" 04.01.2017 09:03
von makrosucht | 2.569 Beiträge

Hi Kurt,

ich finde das Bild nicht flach, die Reflexe sorgen für einen
tollen Glanz und ich finde die Wirkung sehr plastisch. Der Kontrast
ist aus meiner Sicht ebenfalls sehr gut.

Eventuell hast du den Eindruck da das Verlinkte Schildchen Bild einen höheren Arbeitsabstand
durch das Rodagon besitzt und dadurch der Objektivschatten bei diesem
Bild weniger stark ist. Ich meine damit das beim Luminar Bild etwas weniger
Licht von Objektivseite an das Modell gekommen ist.

Ich empfinde das aber trotzdem nicht als Nachteil, das Bild ist sehr schön geworden...


Vergleichen....macht vieles klarer!

Cheeeeeers....Alex :-)

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